Schrauben und Nägel: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Größe der Nägel wird in der Form ''(Dicke in 1/10 mm)'' x ''(Länge in mm)'' angegeben.  
 
Die Größe der Nägel wird in der Form ''(Dicke in 1/10 mm)'' x ''(Länge in mm)'' angegeben.  
  
Eine Nagelbezeichnung 30 x 60 bezeichnet also einen Nagel mit einem 3 mm starken Schaft, der 60 mm lang ist.
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Eine Nagelbezeichnung 42 x 100 bezeichnet also einen Nagel mit einem 4,2 mm starken Schaft, der 100 mm lang ist.
  
 
Alternativ kann die Angabe der Dicke aber auch direkt in mm erfolgen.
 
Alternativ kann die Angabe der Dicke aber auch direkt in mm erfolgen.

Version vom 14. September 2015, 19:19 Uhr

Bezeichnungen an Schrauben und Nägeln

Schrauben naegel.jpg

Nägel

Verbindungselemente zum Einschlagen (meist aus Metall) werden umgangssprachlich als Nägel bezeichnet. Die Bezeichnung "Nagel" trifft aber nur auf geschmiedete Nägel mit vierkantigem Schaft (aus blankem Eisen) zu. Ist der Schaft zylindrisch, lautet der richtige Fachbegriff "Drahtstift".

Kopfform

Bei Nägeln bzw. Drahtstiften unterscheidet man die Kopfformen

Schiefernagel
  • Senkkopf beim Schiefernagel


Senkkopf
  • Senkkopf (Form B) beim Drahtstift


Flachkopf
  • Flachkopf (Form A)


Stauchkopf
  • Stauchkopf


Kennzeichnung

Kennzeichnung

Die Größe der Nägel wird in der Form (Dicke in 1/10 mm) x (Länge in mm) angegeben.

Eine Nagelbezeichnung 42 x 100 bezeichnet also einen Nagel mit einem 4,2 mm starken Schaft, der 100 mm lang ist.

Alternativ kann die Angabe der Dicke aber auch direkt in mm erfolgen.


Nagelverbindung

Die Tragfähigkeit bzw. die Belastbarkeit einer Nagelverbindung hängt von

  • der Länge des verwendeten Nagels (Eindringtiefe in die Unterkonstruktion)
  • der Oberfläche des Nagels (Je rauher die Oberfläche, desto größer der Auszugswiderstand)
  • der Anzahl der verwendeten Nägel

ab.

Schrauben

Im Unterschied zu Nägeln haben Schrauben ein Gewinde, welches es ermöglicht lösbare Verbindungen zu schaffen. Je nach Verwendungszweck sind diese Gewinde unterschiedlich ausgeführt.

Gewinde

metrisches Gewinde

Schrauben mit metrischem Gewinde oder mit Zollgewinde können für Verbindungen mit der unterschiedlichsten Materialien eingesetzt werden. Entweder wird die Schraube durchgesteckt und über eine Mutter festgezogen (Verbindung Holz - Holz, Metall - Holz) oder oder es wird in ein Bauteil z. B. aus Metall ein Gewinde geschnitten, in das die Schraube eingedreht wird. Bei Holzverbindungen mit Schrauben dieser Art müssen Unterlegscheiben zur Druckverteilung eingesetzt werden.

Holzschrauben

Holzschrauben (Bild Mitte) haben ein groberes Gewinde und schneiden sich in die Holzfasern ein. Bei Schrauben mit großen Durchmessern muss vorgebohrt werden weil das Holz sonst aufreißt (z. B. 7mm vorbohren für 10mm Holzschraube). Bei Schrauben deren Kopf nicht im Holz versenkt wird, sind Unterlegscheiben zu verwenden.

SFS - Schrauben

SFS - Schrauben (Selbst furchende Schrauben) (Bild rechts) schneiden sich ihr Gewinde in harte Materialien wie z. Metalle selbst. Hierzu werden entweder Löcher gebohrt die zum Schraubendurchmesser passen (Herstellerangabe beachten!), oder die Schrauben haben eine Bohrspitze.

Mutter für eine Linksgewinde

Schrauben haben in den meisten Fällen ein Rechtsgewinde. Bei Rechtsdrehung zieht sich die Schraube fest und über eine Linksdrehung kann sie wieder gelöst werden. Schrauben und Muttern mit Linksgewinde haben eine umlaufende Kerbe um ihren Sechskantkopf (z. B. an der Überwurfmutter bei Verbindungen zur Propangasflasche oder bei den Muttern zur Befestigung von Kreissägeblättern)

Kopfformen

Schrauben gibt es in den unteschiedlichsten Formen und aus unterschiedlichen Materialien. Alle Kopfformen werden mit allen Gewinden, je nach Anwendungszweck, kombiniert.

Bei Schrauben unterscheidet man die Kopfformen

Senkkopf
  • Senkkopf

Der Senkkopf ist die am meisten verwendete Kopfform bei Schrauben mit Holzgewinde. Wird eine solche Schraube in Holz eingedreht, verdängt der Senkkopf die Fasern und die Oberseite des Schraubenkopfes liegt auf einer Höhe mit dem zu befestigenden Bauteil. Soll der Kopf bündig in ein Metallteil eingelassen werden, muss das Bohrloch mit einem geeigneten Werzeug (z. B. Kegelsenker) an die Kopfform angepasst werden. Auch bei harten Hözern (Eiche, Bankirei) wird das Vorsenken der Löcher empfohlen.

Linsenkopf
  • Linsenkopf

Der Linsenkopf vereint eine gewölbte Oberfläche mit einem Senkkopf im unteren Teil. Durch die gewölbte Oberfläche wird die Verschraubung optisch betont. Im Dachdeckerhandwerk wird dieser Schraubenkopf bei der Spenglerschraube eingesetzt. Hier passt der gewöbte Kopf gut zur profilierten Unterlegscheibe und der Senkkopf dichtet die Gummischeibe zusätzlich ab.

Rundkopf
  • Rundkopf

Schrauben mit Rundkopf werden eingesetzt, wenn der Schraubenkopf aus gestalterischen Gründen betont werden soll z. B. bei der Befestigung von Schildern oder Schmuckelementen. Im den alltäglichen Baustellenbetrieb hat dieser Schraubenkopf nur eine untergeordnete Bedeutung.

Sechskantkopf
  • Sechskantkopf

Schrauben mit Sechskantkopf ermöglichen meist in Verbindung mit Unterlegscheiben eine hohe Flächenpressung. Der Nachteil des Sechskantkopfes besteht darin, dass er über die Oberfläche des zu befestigenden Materials hinausragt.

Zylinderkopf
  • Zylinderkopf

Der Zylinderkopf findet sich meist auf Schrauben mit metrischem Gewinde. Er wird im Stahl- und Maschinenbau bei beengten Platzverhältnissen eingesetzt und lässt sich leicht in zylindrischen Bohrungen verstecken. Seit einiger Zeit werden auch Holzschrauben mit Zylinderkopf auch für die Befestigung harter Hölzer (Bankirei) angeboten.

Schlossschraube
  • Schlossschraube

Der Kopf der Schlossschraube besteht aus einem Rundkopf in Verbindung mit einem unterseitigen Vierkant. Der Vierkant (das Schloss) ist etwas größer als der Schraubendurchmesser und hält die Schraube beim Aufdrehen einer Mutter fest. Beim Befestigen ist das praktisch, weil kein zweiter Schraubenschlüssel erforderlich ist.

Sonderformen
  • Sonderformen

Die linke Schraube ist eine Dachbauschraube mit Sechskantkopf und integrierter Unterlegscheibe. Mit entsprechenden Dichtungen kann sie z. B. zur Befesigung von Blechen oder Wellplatten benutzt werden. Bei der rechten Schraube findet sich die Kombination eines Linsenkopfes mit einer integrierten Unterlegscheibe für die Verwendung im Holzrahmenbau.

Bezeichnungen

Die Größe der Schrauben wird in der Form (Dicke in mm) x (Länge in mm) angegeben.

Bei Holzschrauben bedeutet die Bezeichnung 6 x 80, dass die Schraube einen 6 mm starken Schaft hat, der 80 mm lang ist. Die Bezeichnung enthält keine Information über die Kopfform. Diese wird meist auf der Verpackung separat angegeben.

Enthält die Bezeichnung ein "M", handelt es sich um eine Schraube mit metrischem Gewinde. Auch hier werden Schaftdurchmesser und Länge in mm angegeben.

Material und Korrosionsschutz

Schrauben müssen aus aureichend harten und zähen Metallen gefertigt werden.

Die meisten Schrauben bestehen aus Stahl mit einem galvanischen Überzug aus Nickel bzw. Zink. Diese Schrauben sind korrosionsgeschützt.

Bestehen Schrauben aus Edelstahl (V2A, V4A) gelten sie als rostfrei. Ob eine Schraube aus Edelstahl besteht kann mit Hilfe eines Magneten überprüft werden. Wird eine Schraube von einem Magneten angezogen ist sie aus Stahl. Hat der Magnet keinen Einfluss ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um eine Edelstahlschraube handelt. Die bekannte Spenglerschraube aus Kupfer ist in Wirklichkeit nur galvanisch verkupfert. Eine Schraube aus Kupfer wäre zu weich und um Rostfreiheit zu gewährleisten besteht die Schraube aus Edelstahl.

Vor der Verwendung von Edelstahlschrauben waren nur Schrauben aus Messing rostfrei. Allerdings ist Messing sehr weich und wird nur noch selten verwendet.